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Krebsliga SolothurnGesundheitsförderung & PräventionProstata- und HodenkrebsGesundheitsförderung & Prävention

Prostata- und Hodenkrebs

Gemeinsam das Tabuthema zur Sprache bringen

Das blaue Band als Symbol für Solidarität im Kampf gegen Prostatakrebs (Quelle: freepik.com)

Jedes Jahr erkranken in der Schweiz rund 6100 Männer an Prostatakrebs. Damit ist die Krankheit die häufigste Krebsart bei Männern. Trotzdem wird sie teilweise immer noch tabuisiert, vermutlich, weil die Prostata sehr direkt mit der Sexualfunktion des Mannes zu tun hat und stellvertretend als Merkmal für Männlichkeit gilt.

Rund 1300 betroffene Personen sterben jährlich an Prostatakrebs. Wird die Krankheit früh erkannt, kann sie jedoch oft erfolgreich behandelt werden. Doch genau da liegt das Problem: Prostatakrebs wächst in der Regel langsam und verbleibt somit oft über Jahre hinweg in einem frühen Stadium, in dem sich keine Beschwerden bemerkbar machen. Zusätzlich sind die Methoden der Früherkennung von Prostatakrebs nur bedingt zuverlässig. Deshalb gibt es unter Fachleuten derzeit keine einheitliche Meinung darüber, ob und in welcher Form solche Untersuchungen empfohlen werden sollen. Jeder Mann entscheidet individuell, ob er Früherkennungsuntersuchungen durchführen lassen möchte oder nicht. Wichtig ist, dass dieser Entscheid nach umfassender Abklärung über die Vor- und Nachteile einer Früherkennung von Prostatakrebs gefällt wird.

Die ersten Untersuchungen in diesem Zusammenhang sind: Der PSA-Test (Prostata-spezifisches Antigen, ein Eiweiss, das nur in der Prostata gebildet wird) und die DRU (digitale rektale Untersuchung, das "Abtasten" der Prostata). Bei Verdacht auf eine Erkrankung werden weitere Abklärungen veranlasst: Eine Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) oder eine Biopsie (Gewebeuntersuchung).

Der wichtigste Riskofaktor für Prostatakrebs ist das Alter, gefolgt von einem familiär erhöhten Risiko. Präventionsmöglichkeiten sind bislang nicht bekannt.

Im Gegensatz zu Prostatakrebs tritt Hodenkrebs vor allem bei jüngeren Männern auf: 80 Prozent aller Betroffenen sind bei der Diagnose noch keine 50 Jahre alt. In der Schweiz betrifft Hodenkrebs jedes Jahr rund 470 Männer.

Mögliche Frühsymptome sind: Schwellung oder Vergrösserung eines Hoden, Verhärtung oder Knoten in einem Hoden, 'Ziehen' oder Spannungsgefühl in den Hoden oder der Leistengegend, übermässige Berührungsempfindlichkeit im Bereich der Hoden oder eine Flüssigkeitsansammlung im Hodensack.

Bei einer derartigen Veränderung, egal ob sie schmerzhaft ist oder nicht, ist es wichtig, frühzeitig einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen. Denn wenn die Erkrankung in einem frühen Stadium entdeckt wird, können oft schonendere Therapien angewandt und die Krankheit erfolgreich behandelt werden.

Bei einem Verdacht auf Hodenkrebs werden eine Ultraschalluntersuchung, eine Biopsie (Gewebeuntersuchung) und eine Computertomografie durchgeführt. Allgemein gelten die Heilungschancen bei Hodenkrebs als gut.

Der Aktionsmonat «Movember» als Solidaritätsbekundung für betroffene Männer

Da sowohl Prostata- als auch Hodenkrebs in direkter Verbindung zur Sexualität und Identität des Mannes stehen, führen sie immer noch oft zu Scham und Schweigen. Dies will die Aktion «Movember» (zusammengesetzt aus Moustache und November) ändern: Sie ruft Männer dazu auf, sich online zu registrieren und sich den ganzen Monat November über einen Schnurrbart wachsen zu lassen, um die Themen Prostata- und Hodenkrebs ins Gespräch zu bringen und Spenden zu sammeln.

Der «Movember» steht aber auch für psychische Gesundheit und Selbstmordprävention. So werden Menschen aller Geschlechter dazu aufgerufen, während des ganzen Monats 60km laufend oder gehend zurückzulegen, um auf die 60 Männer aufmerksam zu machen, die stündlich auf der ganzen Welt Suizid begehen.