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Arbeit und Krebs

Krebs ist die dritthäufigste Ursache für längere Abwesenheiten vom Arbeitsplatz. Das Risiko, arbeitslos zu werden, ist bei an Krebs erkrankten Personen um 37% höher als bei anderen Personen.

Im Kanton Solothurn erkranken jedes Jahr schätzungsweise rund 500 Menschen im Alter von 20 bis 64 Jahren neu an Krebs. Zwei Drittel der Betroffenen kehren nach den Therapien wieder an ihren Arbeitsplatz zurück. Für Betroffene ist die Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit oftmals von Befürchtungen und Ängsten begleitet. Vorgesetzte ihrerseits stehen vor einem Balanceakt zwischen Verantwortung und Mitgefühl. Ihnen kommt beim Wiedereingliederungsprozess eine entscheidende Rolle zu. Lesen Sie dazu auch unser Interview «Offene Kommunikation ist zentral» mit Kurt Jäggi, Leiter Human Resources bei der Glutz AG in Solothurn.

Haben Sie Fragen?
Die Krebsliga Solothurn unterstützt Betroffene und Arbeitgebende als Anlaufstelle für alle Fragen rund um das Thema Krebs – auch bei Fragen zum Thema Wiedereinstieg bzw. Wiedereingliederung.

Tagung zum Thema Arbeit und Krebs vom 10. September 2020

«Für eine erfolgreiche berufliche Reintegration braucht es Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Betroffenen, Arbeitgebern und Ärzten.» Mit dieser Aussage brachte Dr. med. Christine Beer, Fachärztin für innere Medizin und Psychoonkologin aus Solothurn, den Zweck der fachlichen Tagung «Karriere und Krebs – (K)ein Widerspruch?» auf den Punkt. Abgesehen davon, dass jede Krebserkrankung individuell verlaufe, führten körperliche Einschränkungen, Angst und Zweifel nämlich sehr oft dazu, dass sich betroffene Menschen zurückziehen und aus der Berufswelt ausgeschlossen würden. Von Seiten der Arbeitgebenden wiederum brauche es das Engagement, Mitarbeitende mit einer Krebserkrankung abzuholen, ihnen Zeit und Raum zu geben um sich mit der neuen Situation zurechtzufinden und sie zu ermutigen, Schritt für Schritt wieder Fuss zu fassen in ihrem Arbeitsalltag.

Diese Aufforderung teilte auch Kurt Jäggi, Leiter Human Resources bei der Firma Glutz AG in Solothurn: Er kennt die Schwierigkeiten, die eine Krebserkrankung für das berufliche Umfeld mit sich bringt aus eigener Erfahrung. Für besonders wichtig hält er das Entgegenkommen der Vorgesetzten gegenüber ihren Mitarbeitenden, wenn es um den sanften Wiedereinstieg am Arbeitsplatz geht aber auch, dass diese sich aktiv über die Situation der Angehörigen erkundigen und diese in die Gesprächsführung sowie in den Prozess der Reintegration einbinden.

Allerdings ist eine Rückkehr an den alten Arbeitsplatz nicht in jedem Fall möglich: Körperliche Einschränkungen wie Ermüdungserscheinungen – sogenannte Fatigue – Muskelschwund oder chronische Schmerzen führen oft dazu, dass Betroffene gewisse Arbeiten nicht mehr ausführen können. Dr. med. Thomas Egger, Chefarzt Onkologie und Hämatologie am Bürgerspital Solothurn, stellte deshalb gleich zu Beginn der Tagung klar: «Eine Krebserkrankung kann durchaus eine Karriere beenden – möglicherweise ist sie aber auch der Beginn einer neuen.» Will heissen: Eine Krebsdiagnose ist heute kein Todesurteil mehr. Immer mehr Menschen leben nach überstandener Therapie weiter und müssen sich in ihrer neuen Situation zurechtfinden. Damit verbunden ist nicht selten eine Anpassung des Arbeitsalltags aber auch der Ernährung, des Soziallebens und vieler weiterer Lebensgewohnheiten.

Wie so eine Neuordnung der eigenen Lebens- und Arbeitsgewohnheiten aussehen kann, verdeutlichte das Gespräch mit Urs Winterberger, selbst von Krebs und dessen Nachwirkungen betroffen, auf eindrückliche Art und Weise. Durch eine Umschulung vom Kältetechniker zum Arbeitspädagogen kann er heute wieder zu 50 Prozent arbeiten und seine eigenen Erfahrungen im neuen Beruf einbringen.

Moderator Dani Fohrler im Gespräch mit Verena Meyer Burkhard und Kurt Jäggi zu ihren Erfahrungen mit krebskranken Mitarbeitenden